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Geschrieben von: Administrator   
Samstag, 14. Februar 2009 um 14:09 Uhr
 

 SKANDINAVIEN

2.7.-3.8.1994                                                                                                         Back      Index      Next

2.7.94
Man stelle sich vor: ein weißer WUNDERSCHÖNER Peugeot 205 mit dem Kennzeichen entstellte Stoßstange vorne rechts (UU 216 X) rast durch Linz, angefüllt mit allerlei hübschen Dingen. Endlich nähert er sich seinem Ziel in der Goethestraße, um seinen Inhalt in einen allerliebsten roten Citroen AX zu verfrachten und sich dann aller Ungemütlichkeiten entledigt auf den nun freigewordenen Parkplatz zu setzen. BA, BA!
Währenddessen wird alles 5x umgeschlichtet, bis es so sitzt, daß sich auch noch Alex und ich ins Auto setzen können und dann geht es los Richtung "germanische Nachbarn".
Frohen Mutes, voll des Optimismus und bei guter Stimme verlassen wir unsere Heimatstadt, um erst einen Monat später wieder dort gesehen zu werden. In der Zwischenzeit verwöhnen wir die nördlichsten Länder Europas mit unserer Gegenwart und untersuchen, ob sie unserem Urlaubsstandard entsprechen.
Sämtliche Radiosender werden angepaßt (die sich ständig ändernde Frequenz erlaubt keine Unachtsamkeit) und zu guter Letzt befinden wir uns schon vor Hamburg. Im Verkehrsfunk wurde den gesamten Vormittag gewarnt, daß der Stau im Raum Hamburg nicht zu überbieten wäre, jetzt jedoch übertrifft der derzeitige Straßenzustand unsere kühnsten Erwartungen, wir fahren o h n e Aufenthalt durch den Elbtunnel und weiter nach Schleswig-Holstein. Plötzlich ein Aufschrei von Alex "de Weiominga" ... und tatsächlich sichten wir Marianne und Florian. Unter lautem Hupen versuchen wir, sie auf uns aufmerksam zu machen, die, die uns kennen, wissen, daß wir sie dabei überholt haben.
Die dänische Grenze fordert unsere Geduld wirklich heraus,  10 min (vielleicht nicht einmal das).
Wegen der schon etwas fortgeschrittenen Uhrzeit (18.30) und unserer Kenntnis von Bankschließzeiten, ist uns nicht gut bei dem Gedanken, nur 100 Kronen der Landeswährung in der Tasche zu haben, man bedenke, es ist Samstagabend. Wieder einmal werden wir eines Besseren belehrt und nachdem bei der offenen Bank auch noch eine TI angeschlossen ist, kann nichts mehr unsere Hochstimmung trüben und Dänemark hat sich einen Pluspunkt auf unserer Urlaubslandkarte verdient.
Nachdem wir vor dem Auto sitzend, eine Erbswurstsuppe und die restlichen Mohnflesserl verdrückt haben, geht es an die mitgebrachten Erdbeeren. Schließlich machen wir uns auf zu einer netten Schlafstelle, die wir dann auch 250 km weiter nördlich gefunden haben.
 

3.7.94
Ein Tag sollte immer mit Sonnenschein, frischem Cappuchino und Marmeladebrot beginnen!
Zu einer durchwegs christlichen Uhrzeit (9.00) machten wir uns auf zur Überraschung des Tages ... Fårup. Ein richtiges Erlebnis für unsere kindlichen Seelen. Der Aquapark hat es uns besonders angetan, 3 Wild-River, die nur mit dem Gummireifen zu bewältigen sind, Wasserrutschen in jeder Form. Wir waren also beschäftigt, fürs erste; denn als uns gegen Mittag der Hungerteufel packte, verließen wir das kühlende Naß, um nach einem ausgiebigen Mal (BIGburger) verschiedene muskelkräftigende Sportarten auszuprobieren (Tretbootfahren, Tarzan im Dschungel, Minigolf, Radauto,..) Natürlich auch Colorado River und Achterbahn, dabei darf auch die Glückssuche nach Reichtum beim Goldwaschen nicht fehlen.
Beim nachmittäglichen Aquaparkbesuch erfahren wir, daß es viele wasserdurstige Personen rund um den Fåruppark gibt.
Schlußendlich verlassen wir den Ort des Geschehens 2 Stunden vor dem Schließungstermin und fahren zum nächsten Schlafplatz, um unsere Wunden zu lecken (Haut brauchte Après Sun) und uns dem Spiel zu widmen.
 

4.7.94
Ein Faulenzertag am Strand gehört zu jedem Urlaub. Aber vorher vielleicht noch eine Sehenswürdigkeit gefällig? Ein Schlößchen vielleicht, oder ein Landgut? Gerne, jederzeit, nur nicht an   diesem vierten Tag des Monats Juli im Jahre 1994 nach Christus. Wohl bemerkt, ich bin gefahren, woraus man schließen kann, wer die Karte gelesen hat! AUCH EIN BLINDES HUHN FINDET MAL, BZW. IN DIESEM FALL NIE EIN KORN.
Nun ja, langer Rede, kurzer Sinn; keine Besichtigungstour zur Erweiterung unseres immerhin spärlich vorhandenen Wissens - somit hätten wir auch eine Entschuldigung für etwaige Fehltritte gefunden.
Irgendwann sind wir dann am Strand gelandet, wobei wir im wahrsten Sinn des Wortes zum Wasser gefahren sind, wenige Meter davor haben wir dann doch beschlossen, das Auto abzustellen und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Die Badetücher wurden vor dem Auto aufgebreitet und wir nahmen nach ausgiebigen Eincremen darauf Platz.
Das Wasser selbst war erfrischend und Alex verweigerte nach kurzem Test mit der Fußsohle (eventuell war auch der ganze Fuß unter Wasser) das Bad in demselben. DER GANZE FUß WURDE ERTRÄNKT!!!!!
Selbst zum Spielen ist uns das Wetter zu heiß, der Wind zuviel oder wir sind einfach nur zu müde. Alex döst vor sich hin und Susi hat nichts Besseres zu tun, als Leute auszurichten und sich bis zur Hüfte ins Wasser zu wagen.
Selbst das Mittagessen fällt heute kalt aus, nur Knäckebrot und Leberaufstrich.
Zu guter Letzt beschließen wir, ein ganzer Tag am Strand ist nichts für uns und am frühen Nachmittag, gleich nach dem Lunch, geht es ab in Richtung Fredrikshaven, denn dort wird sich doch etwas für uns unruhigen Geister zu tun finden.
In F. angekommen, zieht es uns zuerst in die TI, dort natürlich erfahren wir nichts und somit durchkämmen wir unsere schon erkämpften Informationsheftln und finden ein auch für die Öffentlichkeit freies Bad im Stena-Hotel Fredrikshaven. Nichts wie hin!
Vor dem Hotel fanden wir nach der 2. Umkreisung einen Parkplatz im Schatten, für 2 Stunden. In der Empfangshalle des Hotels konnten wir den Wasserratten beim Rutschen zuschauen, jedoch der Eintritt zum Bad war 2 Straßenecken weiter.
Frohen Mutes machen wir uns nach einem freundlichen "Takk" auf zum Eingang. Dort trifft uns kurz der Schlag wegen der nicht zu verachtenden Höhe des Preises und mit einem entrüsteten "Na, wirklich net!" drehen wir uns um und verlassen den Ort des Geschehens mit noch erhobenen Köpfen.
Ins Auto zurück, folgt der Entschluß, den Weg nach Aalborg (jeder Dänemark-Kenner möge sich nicht wundern, A und S machen diesen Urlaub und die Fähre verläßt Hirtshals erst am 5.7. um 8 Uhr) ins Vandland zu nehmen. Wieder ein kräfteraubender Abend, denn selbstverständlich wird das Wellenbad voll ausgenutzt und auch mit dem Ball wären wir fast ersoffen.
Geschlafen wird dann wieder ca. 4 km außerhalb von Hirtshals.
 

5.7.94
Fährenabfahrt 8 Uhr Hirtshals. Nachdem wir am Hafen gefrühstückt haben, machen wir es uns auf der Fähre wieder zum Schlafen bequem. Während ich mir schließlich die Zeit mit Kartenspielen vertreibe, schläft Alex des Schlaf der Gerechten. Sie hat jedoch eine nicht vorbildliche Haltung (mein Ausbildung fruchtet bereits) und complains später noch länger über "Gnackschmerzen".
Auf jeden Fall treffen wir um 12.15 Uhr in Kristiansand ein. Bis wir unsere Fahrt Richtung Oslo fortsetzen können, vergehen noch Ewigkeiten. Massen wollen nach Norwegen und beim Zoll nur eine Tante, die sich keinen Streß machen will und somit müssen alle warten.
Wie benimmt sich ein Mensch, der ein Elchschild sieht? Wohlgemerkt nicht zum ersten Mal, aber sonst nur auf Photos. Also, für alle, die es  nicht wissen, ihr hättet Alex miterleben sollen. "Ahh, a Öchschüd!"
Tja, und so fuhren wir durch die Weite Südnorwegens, immer das Nordkap vor Augen. Bei Hamar versuchen wir unser Glück mit einer Tankstelle und siehe da, eine Texaco (die dazugehörige Tankkarte bekamen wir von Color Line geschenkt). Selbstverständlich mußten wir ein Photo von der Olympiahalle haben.
Eine Wendeltreppe führte ins Nichts. Auf 3/4 der Gesamthöhe hat sich Alex wieder an ihre Höhenangst erinnert und mich alleine ins Verderben rennen lassen. Das alles nur für ein Photo vom umgedrehten Wikingerschiff.
Nächste Station Lillehammer. Wieder photographieren wir die Hallen (Haakon und Kristin) und stellen fest, daß Lillehammer selbst ein nettes, kleines Örtchen mit viel Charme ist. Obwohl die Bürgersteige nicht hinaufgeklappt waren. Es war bereits 20 Uhr durch.
Nacht in Oyer verbracht. Nette Nachbarn, die uns fragten, ob wir wirklich im Auto schlafen, worauf Alex fragte: "WELL, WHAT DOES IT LOOK LIKE?" Die Antwort: "Not Expensive!"
Anm. d. Red.: Der hat doch keine Ahnung!

6.7.94
Heute wird gefahren, was unser "ER" hergibt. Bei Oppdal kaufen wir aus Versehen Chips mit Salt & Vinegar, etwas zuviel Vinegar für unseren Geschmack.
Vor Trondheim trafen wir auf einen Peugeot 205 aus den Niederlanden. Selbstverständlich kann Alex nicht widerstehen und hängt sich an ihn dran. Stundenlang bilden unsere beiden Autos ein tolles Gespann, trotz Tank- und Klopausen bzw. Fahrerwechsel unsererseits. Gegen 20 Uhr wird er müde und nimmt sich eine Hytte. Wir jedoch weiter Richtung Norden, wo um 20.20 Uhr die Falle zuschlägt. Nichts ahnend singen wir  lauthals zum Radio, als wir an den Rand gewinkt werden und uns mitgeteilt wird, unsere Tachonadel hätte in einer Zone 80 mindestens 101 km/t angezeigt und somit hätten wir 1500 NOK Bußgeld zu entrichten.
NUR WELCHER ARME TOURIST WEIß SCHON, DAß 80 KM/t VORGESCHRIEBEN SIND? ICH UND SUSI HATTEN KEINE AHNUNG! UND HATTE DER HIEF MITLEID? NEIN! SELBST ALS WIR SAGTEN, WIR HABEN NUR 500 NOK BEI UNS, GAB ER NICHT AUF, ER DRÜCKTE MIR EINEN ERLAGSCHEIN IN DIE HAND. IDI!!!! 1500 NOK - BEI UNS HÄTTE ICH HEIßE 600 ATS BEZAHLT. ABER NEIN. UND SUSI SAGTE AUCH NOCH NETT TAKK! MUß ICH MAL ETWAS SAGEN? 2000 IRGEND ETWAS ATS ZAHLE ICH IMMER GERN UND DANN NOCH DIE ABSOLUT DÄMLICHE FRAGE: "DO YOU KNOW WHAT A LASER-PISTOL IS ?" NONA NET- FÜR WAS HÄLT MICH DER? AUF DER ROHRBACHER BUNDESSTRAßE  WIRD ÜBER DEN DAUMEN GEPEILT. IDIPF! JEDENFALLS STEHE ICH NICHT AUF DIE POLITI HIER. AUßERDEM HABEN'S DIE AUF TURIS ABGESEHEN. SAGT MIR DOCH SOFORT, ICH DARF NUR 80 KM/T UND NICHT 90 KM/T FAHREN, AUßERDEM ERKLÄRTE ER MIR, DAß ANDERE GESCHWINDIGKEITEN SPRICH BESCHRÄNKUNGEN POSTED SIND, NONA NET, DE SCHÜDA STEGAN ZUM SPAß IN DER GEGEND UMANAUNDA. UND DAS ALLES JETZT FÜR 1500 NOK, DIE SIND JA DEPPAT. SO, JEDER WEITERE KOMMENTAR IST JA SINNLOS, DAS HEIßT STOP. ZUM SCHLUß MACHTE ER NOCH KONVERSATION. WO WIR DENN HINWOLLEN UND SO. UND DER SCHLUß: EIN "NETTES" TAKE IT EASY, ER GIBT MIR MEINE QUITTUNG UND MEINE GEFÄHRTIN (VERRAT) SAGT TAKK. NUN GUT, ICH DENKE, ICH SCHONE JETZT BESSER MEINE NERVEN. SCH.... POLITI!!!!!! ICH FÜHLE MICH UNSCHULDIG UND ALS OPFER!!!!!!
AUßERDEM, DIE GRÖßTE SCHWEINEREI IST JA, SUSI FETZT HINTER DIESEM HOLLÄNDER MIT 110 KM/T HER UND DAS ÜBER STUNDEN HINWEG, ICH HABE BERGAB EIN PAAR KM/T ZUVIEL DRAUF (ICH MEINTE, ES SIND 90 ERLAUBT, SUSI SAGTE DAS) UND MICH ERWISCHT ES. DAS NENNE ICH GERECHTIGKEIT. AUßERDEM NERVT SUSI MIT LATEINISCHEN AUSDRÜCKEN, ABER DIE WERDE ICH IHR SCHON NOCH AUSTREIBEN.
DIE POLITI MAG ICH TROTZDEM NICHT.

Gut. Was soll ich zu all diesen teilweise nicht ganz unrichtigen Vorwürfen sagen? Ich will mich ja eigentlich gar nicht verteidigen, aber in diesem besonderen Fall  (HA,HA,HA)  würde die Situation nach einem Pocket-Memo verlangen, da ich mir wirklich nicht merken kann, was ich 24h lang rede. Wobei ich vorausschicken möchte, daß nicht alles Schwachsinn ist.

1. FAST ALLES
2. SUSI HAT MIR MEHRMALS VERSICHERT, 90 SEI ERLAUBT. DAS SCHWÖRE ICH BEI MEINEM SCHIELENDEN TEDDYBÄREN (DEN SIE GESTERN SCHWERST BELEIDIGT HAT, UND MICH AUCH)
3. KEIN WUNDER, DAß SICH SUSI NICHT ALLES MERKEN KANN, SIE REDET JA SOVIEL.

Wenn ich nichts reden würde, wäre Alex arm dran, denn nur ihr schielender Teddy, mein Jaques und der Brummi wären eine für meine anspruchsvolle Urlaubspartnerin langweilige Anspruchsmöglichkeit. Sie würde elendiglich zugrunde gehen, denn alle müßten ihr die Antworten auf ihre absolut interessanten Fragen schuldig bleiben. ICH LACHE SPÄTER. Das sei dir vergönnt!
Weiter im Context: Nach der wenig erfreulichen Unterbrechung unserer Reise sind wir aufgrund des Schocks noch etliche Kilometer gen Mo i Rana gefahren, bevor wir uns bei Skamdal nahe des Sees zur Ruhe betteten.
 

7.7.94
Heute wachten wir im Schatten auf, daraus folgt, Susi hat die Fenster trocken gewischt und weil sie heute überhaupt etwas später dran war, gab es Kein Frühstück. SUSI WAR SPÄTER DRAN!
Auf Richtung Polarkreis, den wir gegen 11.45 Uhr auch wirklich erreichen und deshalb sofort kochen. Was? Ravioli und Gemüse!!!
Zum Verdauen gab es Kaffee, löslichen wohlgemerkt, wobei Alex es sehr gut mit uns gemeint hat und dem Kaffee extra viel Gehalt gegeben hat. Dann mischen wir uns unter die Touristen und benützen das WC, finden jedoch kein Elchpickerl für Alex.
Weiter Richtung Norden: Nächstes Hindernis stellt eine unüberbrückbare Wasserfläche dar. Zwischen Bognes und Skarberget existiert nur Fährverkehr. Bei der Fährauffahrt stehen wir hinter einem Grazer Bus, Senioren!
Bei Narvik standen wir im Stau, wer stand drei Autos hinter uns?  Die Politi!  FREUDE! YIPPIH YEY, HIPP HIPP HURRA!
30 Min standen wir ruhig und dann ging es nur im ersten Gang cm um cm vorwärts. Grund: Massenkarambolage (4 Autos) ... nicht schlecht gemacht, in der einzigen Einfallstraße nach Narvik, korrekt plaziert!
Noch bevor wir Narvik und den Stau erreichten, ja noch vor der Fähre, erfuhren wir, was die Norweger nicht alles Ort nennen. Am Beginn desselben steht eine Ortstafel mit dem Namen, in unserem Fall . Dann idyllische Bäume, dann .... Ortstafel . Ende der Geschichte! Die Tatsache, die uns so offensichtlich erschütterte, war die, daß es normalerweise sogar in jeder Geisterstadt H Ä U S E R gibt, nicht so in Stornes. Ein Ort ohne Häuser, ein Fall für das Guiness Buch der Rekorde.
Des Abends befinden wir uns jedoch schon mit schwedischen Kronen in der Tasche in Schweden, dem Land der Mitternachtssonne, in dem Alex um o.oo Uhr die Sonne mit Susi bei grausigstem Wind seit Menschengedenken fotografieren will. Was soll man dazu sagen?
WARM ANZIEHEN!
Ich kann nur sagen: Meine Hose ist zu kurz und meine Socken machen den Längenunterschied auch nicht wett. Hilfe, mir ist kalt!
HEUTE LEIDER KEIN MITLEID!
1) Heute?
2) Leider?
Wer Alex kennt, weiß, daß der letzte Satz erstunken und erlogen ist, wo hat sie den bloß aufgeschnappt? Welche amerikanische Comedy-Serie verwendet solche Ausdrücke?
ICH WEIß, DAß ER ERSTUNKEN UND ERLOGEN IST. ICH HABE NICHT KEIN MITLEID, SONDERN ICH HABE IMMER MITLEID, AUCH MIT ETWAS WIE SUSI.
Ich fühle mich nicht angesprochen, über solche Kleinigkeiten kann ich hinwegsehen, bin groß genug. 172 cm!
OBA NET WIRKLICH!
Ok, 173 cm!
JA, JA, IN DEINEN TRÄUMEN!
 

8.7.94
Beim Erwachen scheint k e i n e  Sonne, dementsprechend sind wir drauf. Unser eigentlich wohlverdientes Frühstück wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und somit starten wir sofort, nachdem wir unsere sieben Sachen (diese Redensart wird von uns noch übertroffen, aber an jedem Morgen haben wir etwas weniger; scheinbar, denn eigentlich beherrschen wir nur das Stopfen immer besser) richtig verstaut haben. Denn Ordnung muß sein!

Nach dem unbedingt nötigen Tankstop, schließlich braucht "ER" (noch wurde er nicht auf einen bestimmten Namen getauft; kommt aber noch!) auch ab und zu etwas Flüssiges, wie jedes Lebewesen. Beim Bruch-Dinner schließlich machen uns die Mücken leichten Streß, Alex hat wie wild um sich geschlagen; da fällt mir nur ein: Heiß umfedet, wild umstritten, stand dem Schwarme sie inmitten! SUSI ABER AUCH!
Wie dem auch sei, gleich neben der Picknick-Area stand eine Hytter, außen drauf ein Zettel mit der Nachricht ; doch so erfahrene Reisende wie wir, die nicht als Gelsenfutter enden wollen, stört so ein Zettel nicht. Wir geben vor, dieser Sprache nicht mächtig zu sein und "übersehen" auch gleich noch das Verbot vom offenen Feuer, schnappen unseren Gas- Kocher, das Essen und überhaupt alles, was uns gehört und flüchten in das schutzgebende Etwas von Holzverschlag.
Nach dem wunderbaren Essen ohne nennenswerte Mückenplage, haben wir uns noch auf dem Fensterbrett mittels Taschenmesser verewigt und dann ging es auch schon weiter gen Grenze zu Finnland.
Unsere letzten SKR werden für lebenswichtige Süßigkeiten ausgegeben und an der Grenze stehen wir einem Heini vom Tourist-Survey noch freundlich Rede und Antwort, während am Beifahrerfenster der Zöllner fast ins Auto gestiegen wäre, um unsere Pässe zu begutachten.
DEN ZÖLLNER HAB ICH GAR NICHT GESEHEN, ABER VIELLEICHT WAR ER NUR SO NEUGIERIG, WEIL SUSI AUF DER FAHNDUNGSLISTE STEHT.
Zu guter Letzt waren wir drin im Land der 1000 Seen, wobei pro See bis zu Trilliarden von Moskitos kommen. Unsere Freude über so viel Gesellschaft kann sich wohl jeder vorstellen!
So fuhren wir also finnische Straßen entlang, genau wie auf unserer Karte eingezeichnet. Danach mußten wir bei Entenkö (oder war die Buchstabenkombination doch anders?) abbiegen. Einziges Problem: Dieses Etwas auf der Landkarte kam nicht in unser Blickfeld, statt dessen eine Stadt namens Hetta, von der unsere Karte noch nichts gehört hat. Auch die angebotenen Abbiegemöglichkeiten gehörten nicht zum Vokabular unserer Karte. Nach 30 km kam uns der Gedanke, wir könnten doch falsch sein und nachdem wir sämtliches zur Verfügung stehende Kartenmaterial verglichen haben, steht fest: Wir sind FALSCH!
Also nichts wie zurück in die nicht vorhandene Stadt Hetta und abbiegen.
Tatsächlich stimmt der Weg und somit hat uns Norwegen wieder. In Kautokeino schlägt uns der Reiseführer den Besuch von Juhl's Silberschmiede vor, nicht nur wegen des Schmucks, nein, auch die Architektur des Hauses hat einiges zu bieten. Im Inneren befinden sich laut Alex (SUSI IST JA BLIND) Hühner und Schafe, lebend versteht sich. Der Besuch hat sich gelohnt und war gratis!
Nachdem wir vom örtlichen Radiosender in german die Öffnungszeiten der TI erfahren haben, nichts wie hin, und tatsächlich bekommen wir außer Infomaterial auch Kaffee (gut) und Kuchen (besser). Alex führt nun den Schreiberling, sie drängt schon so:
TJA, UND DANN GING`S NACH KARASJOK - UND WIE? IRGEND ETWAS WAR WOHL IN SUSI`S KAFFEE. IHR MUND WAR VON KAUTOKEINO BIS FAST NACH KARAS- JOK OFFEN. WAS DA RAUS KAM, KANN MAN SICH SICHER VORSTELLEN. ICH WAR KURZ DAVOR, DEN VERSTAND ZU VERLIEREN. IN EINER TOUR BLÖDSINN OHNE PUNKT UND KOMMA. ES WAR DIE HÖLLE. KURZ VOR KARASJOK DROHTE ICH, ALLES GABI ZU ERZÄHLEN. DIE FOLGE: H I M M L I S C H E       R U H E. IN KARASJOK SELBST ERTEILE ICH DANN DER QUASSELTANTE WIEDER DIE ERLAUBNIS ZUM REDEN, WAS SIE AUCH PROMPT NOCH GENÜGEND NUTZTE.
Ich tu doch immer das, was Alex sagt.
SCHERZ!
Aber du hast darüber gelacht!
WAS SONST?
Weinen!
WÄRE AUCH EINE MÖGLICHKEIT.
Außerhalb von Karasjok haben wir schließlich gekocht. Würstel mit Reis, der Reis war ein Gedicht, über die W. schreibe ich hier nichts.
Die Fahrt ging weiter bis Trollholmsund, wo wir den Spaziergang auf morgen verschieben und lieber auf dem Parkplatz schlafen. Allerdings macht uns der Pannenspray einen Strich durch die Rechnung, er läuft aus und zwar mit seinem unnachahmlichen Geräusch, das zwar von uns vorerst als nichtig abgetan wird, bald jedoch als das Mißgeschick identifiziert wird, das es ist. Somit können wir vor dem Schlafen noch unsere hausfraulichen Qualitäten unter Beweis stellen und putzen.

9.7.94
Heute wird zur Abwechslung mal gegangen, im Trollholmensund folgen wir dem markierten Wanderweg bis zu den versteinerten Trollen. Wir finden, bestaunen und fotografieren sie. Gestelltes Foto!!!
Danach nehmen wir uns eine große Last von den Schultern, wir bezahlen den eingefangenen Strafzettel und auch "Er" wird bis oben hin angefüllt. So ausgestattet geht es uns allen wieder gut und wir starten durch zum Nordkap. 
Die Straße geht stundenlang durch die gleiche Landschaft und bei den paar Autos, die uns entgegenkommen sind nicht mal eine Handvoll Ösis.
Der Wind wird heftiger, je weiter wir uns dem 70.Breitengrad nähern. Auf der "Hinfähre" haben wir uns die Zeit mit Essen vertrieben, man glaubt nicht, wieviel in ca.40 min in den Magen reingehen.
Am Fahrziel, sprich Nordkap, angelangt, stürmt es so sehr, daß man nicht glauben möchte, daß noch ein paar Tage vorher die Sonne unter Alfred's Hilfe vom Himmel brannte.
Auf jeden Fall haben wir alles besichtigt und volle Länge gebrannt. Den Sehenswürdigkeiten, die sich an der frischen, würzigen, salzhaltigen, nicht stillstehenden Luft befinden, statten wir nur kurze Besuche ab, denn schließlich wollen auch wir uns ab und zu mal Blut durch die Adern pumpen. Das geht allerdings nur in flüssigem Zustand, doch bei den heutigen Außentemperaturen erstarrt jede Flüssigkeit sofort.
Der Entschluß, diesen unwirtlichen Ort wieder zu verlassen (trotz Diashow, Nordkapelle, Ancient pictures, diversen Aussichtspunkten und dem Royal Northcap Club) folgt prompt und nach der Rückfahrt durch die Mondlandschaft zur Fähre, werden wir doch glatt auf das nächste Schiff gebeten.
Wegen der noch frühen Uhrzeit fahren wir noch bis Hammerfest, wo wir in der Wildnis und bei, laut Alex, eisigsten Temperaturen unser Nachtlager aufschlugen. DARAUF WERD` ICH NOCH LANGE BESTEHEN.

10.7.94
"ER" wird getauft auf den Namen SCHNECKE (stammt daher, weil er beim gasgeben aus Prinzip nichts tut). Frühstücken hat bei uns eigentlich keine Bedeutung mehr, weil wir erst am späten Vormittag so weit wären, uns etwas  hinter die Binde zu kippen; es aber immer auf später, oder besser an einen anderen Ort verschieben und somit den Tag dann schon mit einem Lunch beginnen.
Eigentlich wollten wir heute Mitglieder der "Royal and Ancient Polar Bear Society" werden, doch der stolze Preis von NOK 125.- schreckte nur ab.
Somit kein Eisbärblut und die Fahrt geht nach Alta. Bei den Felszeichnungen kommt es zu  unserer heutigen Wanderung. Bergauf, bergab, immer weiter, nur wegen ein paar angeblich prähistorischen Zeichnungen. Auf dem Gehweg haben die guten Leutchen leider die Farbe ausgeschüttet. Uns kann man doch nicht auf den Leim kriegen!
Selbstverständlich "besichtigte" gerade auch ein Ösi-Bus aus Melk den Ort des Geschehens. Doch die Senioren machten sich nicht die Mühe, den Gehweg ausfindig zu machen. Sie schossen ihre Angeberfotos vom Eingang und stiegen wieder in den Bus.
Bei einer Statoil werden wir darüber aufgeklärt, daß uns das "offizielle Reisehandbuch für Norwegen" einen Bären aufgebunden hat. Wir müssen den richtigen Diesel samt Abgaben tanken, Heizöl ist für PKW's verboten.
Irgendwann müssen auch wir essen und uns gelüstet nach einem Hamburger mit Käse, also Cheeseburger. Leicht zu finden ist der eigentlich überall, nur nicht im Norden Norwegens. Zu guter Letzt blieb uns nur ein Hotdog bei einer ESSO; ein Tropfen auf dem heißen Stein. Doch mit unserem Cheese-Dip werden auch unsere Mägen zufriedengestellt.
Alex schimpft vor sich hin - 60, 70 - sie bräuchte ein WC und findet keins! Aber wir geben nicht auf und werden den Norwegern auch das noch abringen.
Gefunden! Jetzt bleiben wir auch gleich hier und richten uns für die Nacht wohnlich ein.
 

11.7.94
Als wir aufwachen, haben wir wieder Nachbarn. Nachdem wir dann anfangen, aus Schnecke wieder einen fahrbaren Untersatz zu machen, kommt einer von denen her und sagt mit einem Kopfschütteln: "It's impossible!" Worauf wir ihn darüber aufklären, daß alles nur eine Frage der Organisation ist.
Die Fahrt nach Tromsø bringen wir wieder ohne Frühstück hinter uns. In Tromsø ist unser erstes Ziel die TI. Nachdem wir alle wichtigen und für uns kostenlos zu erhaschenden Infos bekommen haben, suchen wir einen Bankomat, der EC-Karten nimmt. So ein Unikum in Tromsø zu finden ist mehr als schwierig und auch unser Versuch sollte nicht von Erfolg gekrönt sein! Also machen wir uns auf in die größte Bank am Platz und wollen einen Eurocheck wechseln. Nach stundenlangem Anstellen sagt uns die "nette" Dame hinter dem Schalter, daß wir dafür zu einem anderen Schalter müßten. Gut, mit uns Touristen kann man es ja machen! Zu allem Überfluß bekommen wir nur 1 300 NOK für einen Eurocheck. Oh, well. Wir nehmen das Geld und verlassen dieses unfreundliche Bankgebäude (SPAREBANKEN, das sagt doch alles)
Vor dem Essen muß das Auto noch umgestellt werden, denn die Kurzparkzone (1h) läuft ab. Wir finden auch tatsächlich einen Parkplatz für 4h. Jetzt steht unserem Essen nichts mehr im Weg, außer vielleicht der Umstand, daß die Angestellten in dem gefundenen BurgerMan eine etwas eigenartige Ansicht von Arbeitsteilung haben. Nach einer weiteren Übung für unsere Geduld haben wir dann das, was wir wollen und werden davon auch tatsächlich satt.
Beim anschließenden Bummel durch die Fußgängerzone, bei dem wir uns vom Besuch des Polarmuseums und seinen Robben- und Eisbärfangmethoden erholten, fallen uns die vermehrt auftretenden Kinderwägen auf. Jetzt wissen wir auch, wie die Norweger, oder besser, die Leute in Tromsø die 2 Monate Dunkelheit im arktischen Winter überstehen!
Dann geht es ab Richtung Campingplatz, wo Dusche und waagrechtes Bett + WASCHMASCHINE auf uns warten. Wir müssen schon sehr arm, verloren und verdurstet ausgesehen haben, denn für diesen Abend haben wir 2 Einladungen zum Kaffee erhalten. Wer zuerst kommt, malt zuerst; somit siegt Finnland vor Frankreich.
WAS HEIßT HIER FINNLAND SIEGT VOR FRANKREICH? DAS KLEINERE VON ZWEI ÜBELN WURDE GEWÄHLT. AUßERDEM FING JA ALLES SO AN: SUSI SAGT NOCH ZU MIR: "ERINNERE DICH AN HIS ROYAL HIGHNESS, ICH MAG DIESMAL KEINEN KAFFEE". DIE FINNEN KOMMEN WIEDER, DER EINE LADET UNS AUF EINEN KAFFEE EIN UND SUSI SAGT: "JA, SICHER DOCH!". ICH BETONE, ES IST IMMER SUSI`S SCHULD.
Naja, manchmal rede auch ich, daß ich damit so durchschlagenden Erfolg habe, kann ich ja nicht von vornherein wissen, oder?
JA,JA, UND ICH MUß ES NACHHER AUSBADEN!
Ich kann es nicht leugnen, will aber aus Prinzip nicht zustimmen!
Das freundliche Angebot Finnlands, in ihrer Hytte zu übernachten, haben wir aus Rücksicht auf unseren guten Ruf ausgeschlagen.
Im Endeffekt war es dann aber doch 1 Uhr morgens, als wir uns zur Ruhe betteten, denn das Kartenschreiben braucht auch seine Zeit, schließlich muß ausgefiltert werden, wer was hören bzw. lesen darf. Nicht alles ist für jedermanns Ohren (=Augen) bestimmt!!!
DA KANN ICH NUR ZUSTIMMEN. ICH TU`S NÄMLICH AUCH, WENN`S MIR NICHT PAßT, ABER WENN`S EBEN STIMMT!
Schweinerei, jetzt steh' ich wieder blöd da, aber schön langsam gewöhne ich mich ja an alles.
 

12.7.94
a) Große Freude, die Sonne scheint, daraus folgt: trockenes Zelt
b) Schreck laß nach, bei uns an der Windschutzscheibe hängt eine Nachricht von Mika und Janne, was bedeutet, daß die beiden Quälgeister gestern nacht noch bei unserem Zelt bzw. Auto waren. Der bloße Gedanke daran jagt uns kalte Schauer über den Rücken, Schauer der Angst.
EINE NACHRICHT (AUF ALUFOLIE), EIN ELKEGG UND EINE SEASHELL WAREN UNTER DEN SCHEIBENWISCHER GEKLEMMT.

Nach dem Frühstück (selten genug) wollten wir uns für die Geschenke bedanken, aber den "Herrschaften" stand noch das reichlich genossene Bier in den Augen.
Somit geht es nach wunderbarem Zähneputzen los, wieder zurück nach Tromsø, wo wir um 12 Uhr das Nordlichtplanetarium mit einer Show in Englisch besichtigen und uns anschließend noch die Eismeerkathedrale anschauen. Sie hat zwar eine interessante Architektur, aber innen nicht viel zu bieten.
Nun aber ab auf die Lofoten. Gegen 21.30 Uhr treffen wir an der Fährablegestelle ein und werden von Reisenden aus Berchtesgarden (BGL) darüber aufgeklärt, daß die nächste Fähre um 22 Uhr in See sticht. Also eröffnen wir noch eine Spielhölle und freuen uns darauf, doch tatsächlich heute noch auf die Lofoten zu kommen. Alex nicht!
ICH WOLLTE ERST AM NÄCHSTEN TAG! 
Endlich auf der Fähre setzen sich doch glatt die beiden Greise aus BGL zu uns und von ihnen erfahren wir schließlich nach geschicktem Fragen, daß Deutschland "leider" aus der WM draußen ist. Yippy!
WIR, NUR WIR, WIR SIND DIE SIEGER,..... SCHWEDEN IST WEITER!
Sobald wir das richtige Plätzchen für eine Nacht gefunden hatten, ging es ins Bett!!

13.7.94
Regen, Regen, Regen! Und das schon beim Munter werden .... auf den Lofoten. Nachdem wir uns gegen Mittag endlich entschließen, unser Zeug zusammenzupacken, geht es weiter, die Lofoten zu erkunden. Der Besuch der TI in Svolvaer bringt uns noch ein paar Erkenntnisse über unsere weitere Route. So wird die 1898 erbaute Kirche von Vagar besichtigt und somit kennen wir nun auch Hans Egede, den Apostel der Grönländer.
Dann geht es Richtung A i Lofoten, wobei wir aber vor unserem Ziel noch einmal lichterloh brennen und zwar für einen Unterwassertunnel, eine Attraktion für sich, aber Sauteuer.
Vor A liegt noch ein kurzer Abstecher, ein Kuhdorf namens Nusfjord, zwar hübsch gelegen und putzig anzusehen, aber sogar für nur einen Urlaub zu wenig.
ABER 2 KLOS!
Nach kurzer Besichtigung des General Store geht es schon wieder ab nach A, das wir dann auch wirklich erreichen und es als das so oft zitierte A der Welt identifizieren.
Zurück, weil vor uns liegt der Ozean, geht es über Nebenstraßen, sooft als möglich ist, denn teilweise gibt es nun mal nur den Kong Olav Weg, dann fiel uns die Wahl natürlich besonders schwer. Das Abendessen bestand des Regens wegen aus einem Hotdog, wobei das Brot alle Erwartungen übertraf, die W. jedoch zu wünschen übrig ließen.
Gleich nach der Brücke gibt es eine tolle große Picknick-Area mit dem luxuriösesten WC in ganz Norwegen, sprich Spülung und Waschbecken mit fließendem Wasser ==> Schlafplatz (+KALLE)
Irgendwie verlangte uns nach einem Süppchen, wobei die Gaskartusche eine ganz zähe war; Alex hat schon 2 Teller der unfertigen Suppe in sich umgefüllt, bevor die Suppe überhaupt daran dachte, zu brodeln.
Im Endeffekt waren wir satt und die P.A. überfüllt. Sogar Franzosen haben sich mit uns unterhalten, Ösis wurden gesichtet und Germanen fühlten sich von C. Salzburg (Wir sind die Sieger) gestört.

14.7.94
Spät, aber doch erwachen auch wir aus unserem tiefen Schlaf, das Auto wird vom Wind durchgeschüttelt, doch wir (zumindest ich) schlafen seelenruhig. Beim Zusammenräumen trifft uns fast der Schlag: "Griaß eich, Linza ... " Die Stimme gehörte einem Wurzelzwerg aus Graz. Nach leichter Konversation über das Wetter fuhren wir ab.
Alex lockte mich auf eine "sonstige" Straße. Eigentlich ein hübsches Fleckchen Erde und irgendwann hatte ich sogar die Wahl (=Kreuzung) und Alex sagte: "Nimm die Asphaltierte!" Doch nach 10m war auch der Asphalt zu Ende und wir starteten die Ralley.
Bei jedem Ferist machte Alex die Augen zu statt der Ohren und plötzlich stand da ein Bagger mitten auf der Straße. Toll, und weil es in Norwegen auch immer etwas langsamer zugeht, hat der Baggerfahrer keinen Streß, doch irgendwann macht er uns den Weg frei und ... wir stehen kurz darauf vor dem nächsten Ungetüm. Ein LKW. Da wir die Wartezeiten nun schon kennen, packen wir Cracker und Käse aus. Bald stehen wir gemeinsam mit einem Campingbus Schlange.
Irgendwann, ich habe die Cracker nicht gezählt (ES WAREN VIELE), war dann das neuverlegte Rohr mit Steinen wenigstens so weit bedeckt, daß sich die "Touristen" drüberwagen konnten. Somit "Start frei" für uns und wir bringen auch das letzte Stück dieser nicht asphaltierten, "sonstigen" Straße hinter uns, um dann in einer richtigen Schlange zur Fährauffahrt zu warten.
Wir warten also wieder und fangen aber diesmal mit Nudelkochen an, auch wir haben schließlich Hunger. Die Fähre jedoch macht uns einen Strich durch die Rechnung, sie kommt noch, bevor unsere Teigwaren fertig gekocht sind. Somit wird in Windeseile das Wasser ausgeschüttet, alles zugedeckt und rauf geht's auf die Fähre Richtung Vesteralen. Glücklich auf der anderen Seite angekommen, haben wir zuerst einmal die vorgesehenen Nudeln mit Sauce verdrückt und uns schließlich auf den Weg nach Narvik gemacht, wo wir zuerst in die Ti gestürmt sind, um unsere Bibliothek zu bereichern und dann durch die Stadt fetzten, immer auf der Suche nach dem Wegweiser, den ja doch schon jeder von diversen Norwegerhefteln kennt. Uns jedoch verweigerte er sich standhaft!
Auf alle Fälle fuhren wir die Hauptstraße entlang, am Marktplatz vorbei und auf der E 6 weiter ... NICHTS, also wieder zurück, zuerst E 6, Marktplatz, wieder E 6 stadtauswärts, NICHTS. Da aller guten Dinge drei sind, beginnen wir diese Odyssee noch einmal und beim Round-about am Marktplatz entschlüpft mir plötzlich ein Auf- schrei, Alex hat sich dementsprechend geschreckt, aber der Wegweiser war gefunden!
Während er von allen Seiten fotografiert wird, kommt uns der Gedanke, heute gibt es zur Feier des Tages S A L A T, also noch schnell in den vorher gesichteten Spar, es ist ja erst 18.40 Uhr. DER SPAR WAR AM ANDEREN ENDE DER STADT UND SCHLOß UM 19 UHR!
Kurz nach Narvik halten wir dann an, um den wohlverdienten Vitamincocktail (extra für Alex mit Tomaten) zu genießen.
DANKE FÜR DIE TOMATEN!
Weil die Sonne so schön scheint, fahren wir noch ein Stück weiter und plötzlich befinden wir uns doch tatsächlich in Skarberget = Fährstation; und da die nächste Fähre ca. 1 Stunde später ablegen sollte, kommt uns die Idee, "die nehmen wir"!
Neben uns in der Schlange stehen dann irgendwann 3 Jungs vom Militär. Die werden auch gleich auf das Genaueste begutachtet. Resultat: Hendelbrust, nicht viel dahinter, klein, dürr usw. Kurz gesagt: Bla, bla, bla.
In Bognes angekommen liefern wir uns noch eine kleine Hetzjagd, wobei Schnecke sein absolut Bestes gibt, aber irgendwann dann doch aufgeben muß. Somit nehmen wir den nächsten Schlafplatz entlang der E 6.

15.7.94
Heute stehen Bodø und Fauske auf dem Programm. Fauske eigentlich nur zum Durchfahren bzw. wegen des Campingplatzes.
In Bodø fanden wir eine Bankomaten (DEN NORSKE BANK), der Alex' EC-Karten nimmt und somit haben wir doch tatsächlich genug Geld in der Tasche, um sicher über das Wochenende zu kommen. (MEINE RAIBA KARTE WOLLTE ER NICHT, MEINE OBERBANK SCHON)
Die TI hat nicht sonderlich viel zu bieten und nach Cheeseburger im Fastfoodrestaurant wollen wir Richtung Bodin Kirke. Diese Attraktion sollte uns aber verwehrt bleiben, weil dort gerade eine Hochzeit, so richtig in Landestracht, stattfand und wir uns in unseren Shorts etwas deplaziert vorkamen. Das Flugcenter war auch nicht das Richtige für uns und somit fahren wir auf den Campingplatz, wo Dusche und Chaos im Auto auf uns warten.
(VORHER GIBT`S ABER NOCH EINEN ABSTECHER NACH STRAUMEN, HIER WAR WIEDER EINMAL DIE ZEIT DER ENTSCHEIDENDE FAKTOR!)
Man glaubt es nicht! Auf diesen CP kommen doch glatt noch andere Ösis und zwar aus Oberösterreich, genauer gesagt Linzer, mit dem Kennzeichen L 4820 H. Allerdings machen sie unserem Land keine Ehre, denn sie heben nicht mal die Hand zum Gruß.
Vor dem Schlafen werden wir noch von Gewittern heimgesucht, woraus zu schließen ist, wie wir des Morgens unser Zelt abbauen.
 

16.7.94
Wir sind den Fluten noch einmal entkommen, das Zelt, die Isomatten und der große Schlafsack sind zwar naß, aber wir haben unser Leben gerettet. Demzufolge wollen wir diesen Ort schnell verlassen, wo- rauf ihnen Alex auch noch die Wiese umackert. Schnecke war nachher mit einem landwirtschaftlichen Gerät vergleichbar, aber wir waren zur Abfahrt bereit.
Nach einem hervorragenden Zähneputzen geht es los Richtung Provinz Nordland und zwar Mo i Rana. Diese Provinz hat es uns nicht besonders angetan, einerseits haben sie uns zahlen lassen, auch diesmal saß der gute Politi-Mann wieder mit seiner Laserpistole am Straßenrand. Sie versuchen es doch immer wieder. Und in Mo i Rana selbst haben sie uns nichts zu essen gegeben, KEINE PIZZA für unsere schwachen Gaumen und so wurde es wieder nur ein Cheeseburger bei der Tankstelle.
Anschließend geht es ab Richtung Torghatten, dem Berg mit dem Loch
Gegen 18.30 Uhr haben wir endlich unser Ziel erreicht. Vor der Wanderung zum Loch grillen wir unsere letzte Dose Würstchen über dem Gaskocher, dafür kassierten wir auch einige Lacher, aber die Masse hat uns nur dumm und nicht verstehend angestarrt.
Nach diesem Mahl, 4 Hotdogs für jeden mit Kaffee vom Frühstück, geht es los. Wir gehen, gehen und gehen bergauf. Einmal Kiesweg, dann große Steine zum Balancieren und dann Stufen. Wir keuchen und schwitzen und verstehen nicht, warum wir uns das antun.
Hinter uns marschieren 2 junge, dynamische Leutchen frohen Mutes immer näher an uns heran. Im Loch dann, wo Alex mich allein durchhatschen ließ, haben sie mich überholt. Beim Hinuntergehen geht es nicht ohne sarkastischen Humor. Jeder Entgegenkommende wird begutachtet (!Schuhwerk) und Alex erzählt mir irgend etwas von einem Lift und daß die beiden dynamischen Leute bis zur Mittelstation herunterfahren und uns somit wieder überholen. Während wir uns hier also fast den Hals brechen bei den mörderischen Felsen, stehen die beiden im Lift und genießen die Aussicht. Nun ja, ohne Aufzug geht es auch und unten sind die beiden nur gute 20m hinter uns.
SUSI SCHLEPPT MICH JA IMMER DIE HÖCHSTEN BERGE HINAUF, ABER WENIGSTENS WAR SIE NACHHER GENAUSO FERTIG WIE ICH. DER MARSCH WURDE JEDENFALLS AUF FOTO FESTGEHALTEN, UM ETWAIGE SPÄTERE SCHADENSERSATZFORDERUNGEN, BETREFFS MEINER GESUNDHEIT, LEICHTER GELTEND ZU MACHEN.
DIE FAHRT ZURÜCK ZUR E 6 WAR DANN AUCH NICHT OHNE. SUSI IST DIE STRAßE IN IHREM IHR EIGENEM STIL GEFAHREN --> ICH KONNTE MICH NUR HINTER MEINEM BUCH VERSTECKEN UND BETEN! WIEDER ZURÜCK AN DER E 6 FANDEN WIR BALD EIN LAUSCHIGES PLÄTZCHEN. WIR DACHTEN SOGAR DARAN, UNSER ZELT ZUM TROCKNEN AUFZUSTELLEN, GESAGT, GETAN.
HIER STELLTEN WIR JEDOCH FEST, WIR SIND NICHT SO ALLEINE, WIE WIR DACHTEN. WIR TEILTEN UNSERE "PICKNICK AREA MIT WC" MIT TRILLIARDEN VON MÜCKEN! WAS NOCH KEIN PROBLEM DARSTELLTE. EIN WENIG AUTAN HIER, EIN BIßCHEN BIOWELT DA, EIN WENIG MEHR BIOWELT, UND NOCH MEHR UND NOCH MEHR,... ES WAR DOCH EIN PROBLEM! DAS AUTO (ENTSCHULDIGUNG) SCHNECKE WURDE VON INNEN MIT BIOWELT IMPRÄGNIERT.  WIR DRINNEN INCL. EINIGER MÜCKENFRIEDHÖFE UND DRAUßEN MÜCKEN, MÜCKEN, MÜCKEN. DER DICHTE BIOWELTNEBEL IM AUTO RAUBTE MIR BALD DIE SPRACHE UND DA SUSI ÜBERRASCHEND RUHE GAB, SCHLIEF ICH NACH EINEM SNACK EIN.
Ich habe noch Ängste ausgestanden, alleine!
 

17.7.94
VOM BIOWELTNEBEL GEZEICHNET, ERWACHTEN WIR. UNSER AUTO WAR AUßEN DER REINSTE FRIEDHOF! SCHNELL WAR DAS ZELT ABGEBAUT, DER FAHRERSITZ FREIGESCHAUFELT, SUSI NACH HINTEN VERFRACHTET, UND WIR ERGREIFEN DIE FLUCHT. EIN PAAR KILOMETER WEITER ENTDECKEN WIR EINE WEITERE PA - OHNE MÜCKEN.
Heute sind wir eigentlich immer auf Campingplatzsuche (UM UNS VOM BIOWELTGERUCH ZU BEFREIEN), der eine ist ohne Waschmaschine, der andere zu teuer, der dritte wirkte von außen wie ein Internat, also weiter mit der Suche. Am frühen Nachmittag dann, als wir schon 60km bei Styrdal in die entgegengesetzte Richtung von Trondheim fahren, weil unser CP-Führer dort eine Waschmaschine gesichtet hat und da das gute Stück der Hausfrauen uns schon ganz laut ruft, gehorchen wir stillschweigend und fahren in die entgegengesetzte Richtung unseres Ziels für morgen, nämlich Trondheim.
Am CP angekommen, verlieren wir kurzzeitig jedes Vertrauen in die Campingplatzführung, denn auf dem Schild steht doch glatt von 12 - 17 Uhr geschlossen und unsere Watches zeigen erst 14.30 Uhr.
Was tun? Der Heini im Laden (=Monsignore) erklärt uns schließlich, daß damit nur der eine Raum (Fernsehraum, wie sich später herausstellt) gemeint ist, Anmeldungen nehme er jedoch entgegen. Somit Start frei für uns!
Zuerst wird gegessen, weil es schon wieder regnet, dann wird das Zelt aufgebaut und in Ruhe geduscht, wobei natürlich Tokens gebraucht werden und dieser kleine, aber durchaus nicht uninteressante Hinweis steht nur in einer Sprache in der Küche, nämlich norwegisch.
Trotzdem wir eigentlich erledigt waren, fuhren wir noch zur nächsten (eigentlich übernächsten) Tankstelle und organisieren eine Pepperoni-Pizza mit Ananas zum Abendessen. Während dann die Waschmaschine bzw. der Trockner arbeiten sollen, essen wir und verschwinden dann in der Heia.
Eigentlich wollten wir ja heute den Familienpark in Namskogan besuchen, damit Alex ihre Elche kriegt, aber um das Eintrittsgeld vertraut sie darauf, eines dieser Tiere in natura zu sichten.
VERTRAUEN DARAUF KANN ICH JA, ABER SEHEN WERDE ICH KEINEN! SNIFF!!
 

18.7.94
Nachdem unser Zelt des Morgens relativ trocken war, bauten wir ab, frühstückten und verließen gwoschn, gschneizt (vor allem Alex) und kammpelt (beide eingeflochten) den CP Richtung Trondheim.
Auch in Trondheim, übrigens die dritt-größte Stadt Norwegens mit ca. 140 000 EW, werden saftige Parkplatzgebühren eingehoben. Nachdem wir der TI einen kurzen Besuch abgestattet haben, rennen wir jetzt vollbepackt durch die Stadt.
Die folgende Pizza schmeckt hervorragend und der Stadtplan, den uns der Kellner schenkt, hilft uns beim anschließendem Stadtrundgang mit Sightseeing. Dem Nidarosdom sieht man von der Seite seine Wichtigkeit überhaupt nicht an, die Westfront spielt zwar alle Stückerl, wir haben auch Olav I und II aus den Figuren herausgefunden (woraus zu schließen ist, daß wir das Kapitel Trondheim in Velbinger (UND IN DEN ANDEREN FÜHRERN) nicht fahrlässig überblättert haben).
Am Nachmittag läuft unsere Parkuhr ab und unsere Füße tragen uns nicht mehr. Doch wir verlassen Trondheim nicht, ohne einen Ösi-Bus aus Kirchberg gesichtet zu haben. Trondheim gefiel uns gut und so geht es weiter nach Oppdal zum Wikingergräberfeld Vang, dem größten in Norge. Leider sperren die um 17 Uhr zu, aber das Türl haben sie offengelassen und so rennen wir ohne Ahnung von irgend- etwas dem Fußweg nach. Mit Phantasie konnte man sogar in den Hügeln Gräber entdecken, sonst war von Wikingern nicht viel zu sehen. Somit verlassen wir den Parkplatz wieder, bevor die Passagiere des germanischen Nachbarautos auch nur the slightest idea davon bekommen, daß auch wir der deutschen Sprache mächtig sind. Gesagt, getan und da der Abend doch gerade erst begonnen hat, hat Schnecke das Bedürfnis, heute noch etwas Spektakuläres zu tun oder besser, über sich ergehen zu lassen.
Diese Besondere nennt sich Trollstigen. Wobei unser Blick zuerst auf eine senkrechtaufsteigende Wand, die Trollstigheimen, fällt, selbstverständlich wird alles auf Photos festgehalten.
Und dann geht es los, Schnecke muß alles geben, die Räder bis zum Anschlag drehen, nach links, nach rechts, 11 Haarnadelkurven geht es hinauf zum Geiranger. Nachdem wir uns die Wahnsinnsstraße noch von oben bei unserem obligatorischen Abendmarsch betrachtet haben, finden wir doch tatsächlich einen Schlafplatz mit Traumaussicht.

19.7.94
Der Tag beginnt mit Frühstück hoch über dem Geirangerfjord, die Sonne scheint und die Aussicht hält ihr gestrigen Versprechen. Kurz gesagt, wir genießen. Als dann schließlich die Leute immer mehr werden und sogar Busse ihren Weg hier herauf gefunden haben, machen wir unseren Abgang und "fliegen" die Adlerstraße hinunter, nur um dann wieder den Dalsnibba (20 Haarnadelkurven) nach oben zu kommen. Während sich Alex die Seele aus dem Leib kurbelt, genieße ich die Aussicht live von der Dachterrasse unserer Schnecke aus. Manche Leute waren darüber erfreut, jemanden oben bei einem Auto herausschauen zu sehen, noch dazu stehend auf dem Beifahrersitz, anderen wieder war es nicht geheuer und einige Kinder haben sicher von ihren Eltern Strafpredigten über so leichtsinnige Mädels, wie wir es sind, erhalten.
Auch dieser Umstand hat mich nicht daran gehindert, noch längere Zeit meinen Kopf nach oben an die frische Bergluft zu bringen. Während wir mit langsamer Geschwindigkeit durch ein Sommerschi- Ressort tuckerten, klickte der Photoapparat in meiner freien Hand ununterbrochen, wobei mich natürlich viel mehr die Schifahrer interessiert haben, als die blödschauenden Leute links und rechts unserer "offenen Limousine". Dann geht es über eine Hochebene mit verzwickt engen Straßen und eingebauten "M's" Richtung Sognefjell.
Dort suchten wir lange nach dem meterhohen Schneewänden links und rechts der Straße. Irgendwann haben wir dann eine gefunden und mit einem älteren holländischem Ehepaar eine Schneeballschlacht begonnen. Das Schneephoto mit uns beiden in Shorts sollte aber noch kommen! Wenn aber jetzt jemand glaubt, wir spielen den ganzen Tag nur Kinder, falsch geraten! Wir tun auch was für unser Allgemeinwissen, z.B. haben wir die Stabkirche von Lom besichtigt. Sehr schön, sehr alt, sehr teuer!
Da am nächsten Tag unsere Wanderung zum Gletscher bevorsteht, fahren wir also Richtung Nigardsbreen. Bei einem kleinen Weg geht es von der Straße ab. Auf der Suche nach einem Schlafplatz, an dem wir unser Zelt aufbauen können, versinken wir im Morast.
ICH HABE SUSI NOCH GEWARNT, DER BODEN SÄHE SEHR WEICH AUS, ABER SUSI HÖRT JA NIE AUF MICH!
Tja und so gelingt es uns erst nach einigen Minuten, mit Geschick des Fahrers und Kraft des Schiebers, diese schmutzige Fleckchen Erde genauso schmutzig wieder zu verlassen, doch nicht ohne jede Menge Fliegen mitzunehmen.
Nun ja, wir leben noch und von den Fliegen umschwärmt, finden wir einen Weg zum Bach hinunter, wo wir unser Zelt aufstellen und auch das Auto bzw. Susi waschen können. Danach fallen wir exhausted in die Betten.
 

20.7.94
Auch heute ist uns die Sonne hold und am Morgen wirkt unser Zeltplatz sehr idyllisch, sogar Schnecke hat sich der Fliegen wieder entledigt. Nachdem wir alles zusammengepackt und auch ein Frühstück genossen haben, geht es auf zum Nigardsbreen.
Die Wanderung wird mit 1 - 1 1/2 Stunden im Velbinger beschrieben, was sie jedoch nicht schreiben, sind die Strapazen und daß auch die Ausbildung zum Bergsteiger von Vorteil wäre.
Wir lassen uns aber nicht einschüchtern und waten durch Bäche, klettern an glatten Felsen herum, hinauf und hinunter, immer weiter auf den klarschimmernden Gletscherrand zu. Die Sonne brennt gnadenlos, von der Anstrengung gezeichnet erreichen wir das Ziel und haben uns einen Schluck Wasser verdient. Photo mit Shorts im Schnee! Alex: guilty!
Das Dumme bei solchen Wanderungen ist, daß es beim Hinweg ja noch super geht, aber wo ein Hinweg, da auch ein Rückweg. Schnecke wartete am anderen Ende auf uns. Nachdem wir also alles gesehen hatten, begannen wir damit, den Rückweg einzuschlagen. Natürlich mußte ich vorher noch die Festigkeit des Gesteins überprüfen und das mit meinem Hinterteil. Beides ist noch vollständig vorhanden.
MEINE NERVEN NICHT.
Wieder zurück, geht es Richtung Fähre, wo sich schon Massen von Menschen tummeln. Selbstverständlich kommen wir auf die nächste Fähre und so landen wir 15 Min. später in Revnes, um zur Stabkirche Borgund weiterzufahren. Wieder nur Photos von außen, denn für uns Studenten ist es nicht erschwinglich, auch die Innenausstattung auf sich wirken zu lassen. NOK 35,-!
In Gol angekommen, kaufen wir Lebensmittel und Benzin, Verzeihung, Diesel. Stabkirche! Salat! Dieser Tag war auch Schneckes Tag, nachdem er sich immer öfter mit uns durch Lichtzeichen verständigt hat und schließlich Dauersignale von sich gab, fuhren wir zur nächsten Picknickarea und gönnten ihm eine Pause. Nach geraumer Zeit machten wir uns daran, den Motor kennenzulernen und dann fanden wir einen Deckel ohne Aufschrift, was für mich bedeutete, da muß das Wasser hinein. Alex hat mein Tun skeptisch verfolgt, um danach gespannt auf dem Beifahrersitz auf die Explosion zu warten, die kommen müßte, wenn ich doch einen Fehler gemacht hätte. Doch alles paletti, Schnecke hat sich wieder der Ruhe und Stille verschrieben. Somit haben wir außer Öl auch das Kühlsystem unter Kontrolle.
Nach Hønefoss finden wir eine Picknickarea mit WC, also unser Traumschlafplatz. Beim Umbau unserer Schnecke werden wir von einem LKW-Fahrer beobachtet, der dann amüsiert den Kopf schüttelt und sich ebenfalls zur Ruhe bettet.
 

21.7.94
Beim Frühstück werden wir von Wespen umschwärmt, kein Wunder, bei unserer traumhaften Preiselbeermarmelade. Alex ergreift jedoch die Flucht ins Auto, während meine Gesprächspartner nun 2 Wespen sind.
DIE UNTERHALTUNG ERFOLGT NUN AUF EINEM SUSI ANGEPAßTEN NIEDEREN NIVEAU.
Heute ist Oslo dran! Gegen Mittag haben wir einen Parkplatz beim Bahnhof und starten Richtung TI, um uns mit Infos zu überladen. Beim Lunch im MacDonalds wird sortiert und geteilt. Dann rennen wir wieder durch die Stadt. Am Rathaus vorbei zum Schloß, die Carl-Johans-Gate hinunter, um hier auf Pfadfinder zu treffen, aus einem Nest bei Linz = Puchenau. Alex war hellauf begeistert, denn schließlich kennt man sich in einem Gebiet wie Puchenau.
HA,HA, BEI WOLFGANGS ANBLICK BIN ICH UM JAHRE GEALTERT, ABER SUSI HAT MICH MIT IHREN KOMMENTAREN AUFGEBAUT.
Irgendwann sagten unsere Beine stop und wir machten uns im Auto auf zum Frognerpark, damit ich meinen Vigeland-Monolithen auf Photo bannen kann. Anschließend geht es zum Campingplatz und wir finden einen schattigen Platz neben einem verschlossenen Klo. Wir waschen uns und die Wäsche, die wir dann kunstvoll auf Zeltschnüre zum Trocknen drapieren. Als wir so frisch und nichts Schlimmes ahnend im Auto sitzen und lesen, geht es los:
Neben uns parkt ein rotes Auto, aus dem 2 männliche Wesen mit 2 süßen Hunden entsteigen. Nach kurzer Konversation und Einladung zum Abendessen, so etwas konnte ich uns doch nicht entgehen lassen!
SUSI SAGTE, NOCH WÄHREND "INGWER" HERÜBERKAM: "KEIN KAFFEE, ÜBERHAUPT NIX!" DIE ERWÄHNEN ESSEN UND SUSI GEHT IN DIE KNIE. WIE IMMER!
Vor dem besagten Abendessen gönnten wir uns noch ein Eis, um den ersten Hunger zu stillen, man weiß ja nicht, was auf einen zukommt. Es wird aber dann ganz lustig und wir spielen diesen Abend Hundesitter. Wir gehen spazieren mit den Tierchen und sorgen für ihre Streicheleinheiten. Wieder erst gegen Mitternacht ist das Bett unser Ziel. Aber im Urlaub ist alles erlaubt.

22.7.94
Eigentlich wollten wir früh aufstehen, aber wir haben dann doch anders entschieden und unseren Schlaf als primäres Ziel gesetzt. Gegen 10 Uhr werde ich mit den Worten, "Schlof weita, i brauch nur de Isomattn zum Frühstück mochn, s'Auto is scho zaumgramt und de Koatn gschriebn" empfangen und somit ist an Schlaf nicht mehr zu denken, mein schlechtes Gewissen ist wach. JA, JA!
Nachdem die Hunde ihren Meister durch Bellen aus dem nicht standfesten Zelt befördert haben, folgt eine wortreiche Verabschiedung und wir fahren Richtung Bygdøy, der Museumsinsel Oslos.
Die Parkplatzsuche gestaltet sich schwieriger als erwartet und wir wandern durch 4 Museen, wobei jedes einzelne toll und lehrreich war und ich keines missen möchte.
Auf der Fahrt Richtung Bergen ist unsere erste Station Drammen mit der Spirale im Berg, ein Erlebnis für sich. Nach dem Abendessen geht es durch Spiralstraße wieder nach unten und nach den Stabkirchen Nore und Ulvag finden wir einen Schlafplatz mit PA +WC
 

23.7.94
Heute heißt unsere erste Station Geilo, und zwar nicht nur wegen der TI, nein, auch eine Texaco steht uns dort zur Verfügung, deshalb ein von uns bevorzugter Ort. Daß dort allerdings gerade irgendein Fest über die Bühne ging, störte uns wenig, Polizei, Rettung und Feuerwehr gaben sich ein Stelldichein und wir schlenderten, mit einem Eis beladen und auf die Leute schimpfend Richtung TI und zurück. Das Eis renkt unsere Mägen wieder ein bißchen ein, denn unser Bruch war unter jeder Kritik. Wir haben uns die Dosen in unverständlicher Sprache ja schon sehr widerwillig gekauft, aber der Effekt, den der Inhalt auf uns hatte, war niederschmetternd. Alex hat bei den darauffolgenden Kurven an einer Picknick-Area ihren Magen zur Hälfte entleert. Das sagt alles, oder? MEIN ARMER MAGEN!
Bei Brimnes am Eidfjord geht es wieder auf ein Fähre und weil uns an diesem Tag das Wetter hold ist, entschließen wir uns doch wirklich, heute abend noch nach Bergen hineinzuschauen, Sonne ist dort schließlich eine seltene, aber sehr willkommene Abwechslung.
Die TI verlassen wir wieder mit tausend kleinen Dingen bepackt und machen uns auf die Suche nach einem MacD., denn bei dem können wir betreffs WC sicher sein.
Zu guter Letzt finden wir einen und Alex kauft Eis, während ich das erlösende Örtchen aufsuche. Tja, im Endeffekt landete mein Eis samt Info-Material auf dem Fliesenboden vor dem Waschbecken, womit sich der Besuch in der TI wiederholen sollte.
Geschlafen wurde auf einer Picknick-Area mit WC außerhalb von Indre Anna.
ÜBER 40 KM VON BERGEN ENTFERNT - ABER BEI SUSIS FAHRWEISE KEIN PROBLEM!
 
 

24.7.94
Heute stehen wir entgegen unserer Gewohnheit früh auf, denn es ist noch vor Mittag, als wir in Bergen eintreffen. An so einem schönen Sonntag brauchen Ösis in Norwegens zweitgrößter Stadt keine Parkgebühren zu zahlen, schließlich feiert Bergen seine regenfreien Tage und heute scheint die Sonne strahlend von Himmel.
Städte sind für uns gleichbedeutend mit Museen und stundenlangen Wanderungen. Nach dem hanseatischen Museum, dem Rosenkrantzturm, der Håkonshalle und der Schüttige (ICH BIN ZWAR KEINE MUSEUMSFRAU, ABER DIE WAREN INTERESSANT) konnten wir uns nicht mehr auf den Beinen halten und wir fielen in den nächsten MacD. Bevor wir dieser Stadt mit viel Sonnenschein (Bergen bekommt sonst mehr Regen als das übrige Norge) bye, bye sagen, wagen wir uns nach Gamle Bergen, was allerdings nur ein kurzer Besuch wird, denn zuviel für zuwenig Geld, wie unser Profiauge natürlich sofort feststellt.
Eigentlich wollten wir uns heute eine Kinovorstellung auf englisch mit norw. Untertiteln anschauen, dank sei denen, die nicht norwegisch synchronisieren, was würden sonst wir armen, der nordischen Sprache nicht mächtigen, Touristen machen.
Anyway, sie spielten nichts Richtiges, die Flintstones waren ausverkauft und alles andere zu spät, oder das Geld nicht wert. Somit KEIN Kino in Bergen und da es die Uhrzeit noch zuläßt, verschwenden wir kein Geld an einen Campingplatz, sondern bewegen uns in Richtung Stavanger. Nach und nach erwischen wir 3 Fähren hintereinander, jeweils längere Wartezeiten, wobei Alex leicht erschüttert - SEHR ERSCHÜTTERT -  feststellte, daß ich bei der 3. Fähre sogar die vorletzte erwischt habe und daß wir doch eigentlich erst vor einer Stunde auf der anderen Fähre waren, noch etliche Kilometer zu bewältigen hatten, wobei die Abladezeit noch nicht eingerechnet ist. Mit anderen Worten, ich bin etwas zügiger gefahren, als es sonst so mein Stil ist. HA, HA!
Bei Jörpeland, wenige km vor Prekestolen, war dann Endstation für diesen Tag. Ohne WC verbringen wir die Nacht auf einer hübschen Picknick-Area.
 

25.7.94
Des Morgens steht der Gärtner vor unserem Auto und bemüht sich die Fläche vor Schnecke schön säuberlich in Ordnung zu bringen. Die Leute kommen und gehen und irgendwann entschließen wir uns, umzubauen und den Prekestolen in Angriff zu nehmen.
Für Schnecke brennen wir 20 NOK und richten dann alles für den Gang nach Canossa. Velbinger hat 1 - 1 1/2 Stunden für diese Odyssee veranschlagt, während die Ortsansässigen von 2 Stunden reden. Doch wir lassen uns nicht entmutigen und schreiten frohen Mutes von dannen. Wie schon Hänschen Klein, fallen auch wir über Stock und Stein, machen uns über Steinwege lustig, wo doch Velbinger von glatten Felsen und Geröllfeldern schreibt, doch er sollte recht behalten. Wir büßen unsere Leichtgläubigkeit und schwitzen in der Sonne, bis von unserem Übermut nicht auch nur ein Schimmer mehr übrig ist. Jeder Schritt wird zur Qual und jeder möchte irgendwann einmal, ODER MEHRMALS, umkehren. Immer höher klettern wir wie die Gemsen, meiner Ansicht nach haben wir den falschen Weg erwischt, aber irgendwann finden wir noch den Lift für die Allgemeinheit.
Diese fürchterlichen Strapazen nehmen irgendwann auch ein Ende und wir finden den Weg zur allseits bekannten Kanzel des Prekestolen. Während wir versuchen, die Aussicht zu genießen, werden wir vom Wind fast in den Fjord geblasen, aber unseren wohlverdienten Snack haben wir trotzdem in luftiger Höhe eingenommen. 
Der Rückweg war keineswegs minderanstrengend, denn jetzt waren wir schon leicht ermüdet und somit häuften sich unsere Faux Pas, ab und zu hört man jetzt ein "Ah, des wor mei Knechl" oder ähnliches.
ICH ERINNERE MICH AN DEN JOGGER IM GERÖLLFELD.
Doch ohne Panne schaffen wir es und kommen total ausgepumpt bei Schnecke wieder an. Unsere Schnecke hat sich in der Zwischenzeit zur Sauna gemausert, was wir sonst vielleicht geschätzt hätten, ist jetzt eine lästige Plage und so verlassen wir den Ort des Geschehens, den Eingang zur Hölle fluchtartig - UND SCHMUTZIG
Ziel ist der CP bei Stavanger, ein Schattenplatz für unser Zelt, Duschen für uns und irgendwie sind wir beide zu müde zum Schlafen. Gegen Abend werden die Leute und Zelte um uns herum wieder mehr und unsere Nachbarn, ihres Zeichens Holländer und uns bereits am Prekestolen begegnet, haben ihren nicht vorhandenen Charme spielen lassen.  DIE WAREN AUCH LEICHT FERTIG!
Irgendwann sind wir dann doch in die Schlafsäcke gerutscht, nachdem Alex noch meinen Knöchel "fachkundig" verarztet und alle Leute beobachtet hat.
Zitat: DENEN ZUASCHAUN IS A ABSOLUTA WAUNSINN, JETZT GENGANS INS ZÖT MIT`N HAUNTUACH ODA WOS WAS I. DO MIASN`S OBA ZERSCHT NU ZAUMRAMA. AHA, DA AUNDARE RAMT DES JETZT OIS WEG ... WOS SCHREIBST DEN DU DO, BITTE? MA, DU SCHREIBTST SCHO WIDA OIS WOS I SOG ... JETZT MUAS A WIAKLICH ALANE ZAUMRAMA. NA, DE FLOSCHN KENA MA OBA NET DOLOßN. I FROG MI OB A WAS ... AUTO EIRAMA ... OB ER DES EH GWISSENHOFT MOCHT! Zitat Ende.
 

26.7.94
Ich werde mit den Worten, "der Kaffee ist fertig", geweckt. Kaum krieche ich noch verschlafen aus dem Zelt, erspähen meine Augen, sofern sie schon spähen können, ESSEN und jetzt, spätestens jetzt sind sie vollends erwacht.
Nach dem Frühstück, eigentlich Mittagessen, geht es auf nach Stavanger. Die Parkzeit wird für das Maximum bezahlt und auf geht's zur Stadtbesichtigung bzw. Turistkontor. Im ersten kleinen Kontor am Hafen finden wir wenig und unsere Gier nach Information kennt keine Grenzen, somit auf zum Touristeninformationszentrum und ob das auch hält, was der großartig lange Name verspricht? Ich mache mich also auf zum Run um die besten Info-Hefteln, während Alex vor der TI auf mich wartet (MIT DEM ANDEREN MATERIAL). Ich schlage mich mit 3 Germanen herum und komm schließlich schwerbepackt wieder aus dem Häusel heraus. Eigentlich wollten wir ja ein Mitbringsel für Ulrich finden, aber der liebe Gott wollte es anders. Kein T-Shirt war uns blöd genug und somit erstanden wir nur Muttis Geschenk nach einer Führung durch das einzige Konservenmuseum der Welt. Sehr klein, doch sehr interessant. Mutsch kriegt Sardinen, eigentlich Bristling, in ausländischen Soßen. Ulrich noch immer nichts.
DER FÜHRER WOLLTE DOCH TATSÄCHLICH, DAß WIR DEN BRISTLING KOSTEN.
Auf dem Markt erstehen wir Jordbaeren und wir kommen zu dem Schluß, heute ist Kino angesagt. Genauer gesagt, die Flintstones in Originalfassung mit norweg. Untertiteln. Unter dem Motto: Unser (SUSI`S) Wunsch ist uns Befehl, wandern wir ins Kino und amüsieren uns köstlich. Danach hat auch Stavanger schon seine Geschäfte geschlossen und für uns heißt es, einen Schlafplatz zu finden.
Etwas außerhalb der Stadt finden wir unser Nachtlager.
 

27.7.94
Zum Frühstück gibt es Schwerter im Felsen, die an irgendeine Wikingerschlacht erinnern sollen. Imposantes Denkmal!
Danach geht es noch einmal nach Stavanger in die TI, einige Sachen haben wir doch tatsächlich nur einmal. WENN MAN SUSANNE SCHON ALLEIN EINKAUFEN SCHICKT! Weil uns natürlich kein Weg zu blöd ist, fahren wir zum Lyseboten, eine toller Straße, 27 Haarnadelkurven. Bei der Fahrt nach Lyseboten hat Alex fast die Nerven verloren, weil so ein beknackter Däne sich vor jeder Kurve, und war es auch nur eine leichte Biegung, fürchtete; bei Gegenverkehr mußte er natürlich seine Fahrgeschwindigkeit auf 0 reduzieren. So eine Fahrweise kommt bei Alex nicht gut an und nachdem sie 2x versucht hat, ihn zu überholen und dieser Däne auf der nicht sehr breiten Straße stur in der Mitte fuhr, gab sie auf und schickte mich in die Schlacht.
MEINE NERVEN WAREN AM ENDE, ICH HÄTTE ES NICHT EINE STUNDE LÄNGER AUSGEHALTEN!
Bei der nächsten Picknick-Area gönnten wir uns unsere Hotdogs; wobei Alex die Scheibenwaschanlage auffüllen wollte und dies sich als Loch im Schlauch entpuppte. SUSI BEKAM EINE GRATISDUSCHE. 4 Schweden, die bei Volvo als Mechaniker tätig sind, konnten uns armen, weiblichen Wesen nicht   zuschauen und boten uns ritterlich ihre Motorkenntnisse und Kaugummi zum Kleben an. Wir nahmen natürlich an und so wurde unsere Scheibenwaschanlage repariert. Dafür durften unsere Helfer in der Not einen Blick auf unseren äußert kompakten Motor werfen. Ein Privileg, dessen sich nicht viele rühmen dürfen, denn die Motorhaube (DAS ÖFFNEN) stellt ein fast unüberbrückbares Hindernis dar.
Beim Zurückfahren von Lyseboten will Schnecke wieder Kühlwasser, was er auch glatt bekommt.
Nun geht es Richtung Küste, wo Susi über einen Wackelstein gelesen hat. Gut, der Stein wird gefunden und wir schaffen es auch, dieses 70 - 80 t Monstrum zum Wackeln zu bringen. (DER STEIN STAND INMITTEN VON NICHTS).
Bei einer Picknick-Area mit WC schlagen wir Wurzeln und werden kurz vorm Einschlafen von Lichtern aus den Träumen gerissen, diese Lichter gehörten den Niederländern vom CP Stavanger.
 

28.7.94
Donnerstag morgens wird man, nichts Schlimmes ahnend, von der Politi geweckt. Nachdem uns klar wird, daß sie nicht uns meinen, beobachten wir das Geschehen, einer kommt sogar her und redet mit uns. Und dieser Schock gleich nach dem Munterwerden.
Nichts desto trotz ziehen wir uns um und frühstücken in Ruhe, dann beginnt Alex beim Mistkübel doch glatt ein Schwätzchen, MIT EINEM POLITI, was von mir, dem fliegenden Reporter, doch tatsächlich auf Film für die Nachwelt festgehalten wurde.
SO ETWAS HINTERHÄLTIGES. ICH ARMES, NICHTSAHNENDES WESEN WOLLTE DOCH NUR UNSEREN SOPPEL LOSWERDEN. SOLL ICH ETWA EINEN GESETZESHÜTER IGNORIEREN, DER MIT MIR ZU REDEN ANFÄNGT? 1500 NOK WAREN GENUG UND SUSANNE LÄSTERT! HAB ICH ARMES WESEN DAS VERDIENT? NUN GUT, WIR SETZEN UNS DANN DOCH LANGSAM IN BEWEGUNG. ZUM SCHLUß WURDE NOCH DEN POLITI GEWUNKEN UND SUSANNE BRACHTE MICH NACH LINDESNESS, DEM SÜDLICHSTEN PUNKT NORWEGENS. VOLL ENTHUSIASMUS TRUDELTEN WIR EIN. DER LEUCHTTURM SOLL ERKLOMMEN WERDEN. DOCH WIE DAS LEBEN SO SPIELT, DIE WOLLTEN DOCH GLATT 15 NOK PRO KOPF UND NASE. EIN PHOTO VOM PARKPLATZ AUS TAT ES AUCH UND WIR SETZTEN UNS WIEDER IN BEWEGUNG. IN MANDAL WOLLTEN WIR EIN T-SHIRT FÜR ULI ERSTEHEN, DOCH ÜBER PIZZA + PEPSI KAMEN WIR NICHT HINAUS. ES IST WIRKLICH SCHWER, EIN BLÖDES T-SHIRT ZU FINDEN, DABEI TÄTE ES DOCH EIN PHOTO VON SUSI (ULI) UND EINEM ELK UND IRGENDWAS WIE "DON'T THEY LOOK ALIKE?" ODER SO. ABER NUR EIN BLÖDES T-SHIRT GIBT ES NICHT. UND WEIL ES NOCH SO FRÜH AM NACHMITTAG WAR, WARFEN WIR UNS WIEDER INS AUTO. NÄCHSTE HALTESTELLE: KRISTIANSAND. EIN STADTBUMMEL (FUßGÄNGERZONE) UND T-SHIRTSUCHE (WAS SONST) STAND AUF DEM PROGRAMM. ABER  AUßER EIS VOM MECKI NICHTS GEWESEN. TJA, UND WEIL MIR SELBST DER POLITI IN DER FRÜH DAS SETESDAL ANGEPRIESEN HATTE, MACHTEN WIR UNS WIEDER AUF DIE SOCKEN. R 39 HIEß UNSER NÄCHSTES ZIEL. IN EVJE GINGEN WIR ERSTMAL IM TI EINKAUFEN UND DANN MEINTE SUSI: "WAS HÄLTST DU VOM KINO?" ICH SAG OK UND WIR BEGEBEN UNS IN RICHTUNG HOVDEN, WELCHES IM OBEREN SETESDAL ZU FINDEN IST, AN DEN AUSLÄUFERN DES HARDANGERVIDDA (KLINGT IRDENDWIE BEKANNT!) NUN GUT, WIR FAHREN UND FAHREN UND FAHREN UND ES BEGINNT ZU REGNEN. NACH EINER HALBEN EWIGKEIT - DAS ORTSSCHILD , ABER KEIN KINO. SUSI MEINTE ZWAR, SIE HAT VON EINEM KINO GELESEN, ABER ICH KONNTE IN KEINEM UNSERER PROSPEKTE (UND ES WAREN NICHT WENIGE) ETWAS ÜBER EIN KINO FINDEN. MANCHMAL TRÄUMT DIE LIEBE SUSANNE EBEN SEHR DEUTLICH. UM DIE ERKENNTNIS, DAß ES IN HOVDEN KEIN KINO GIBT, REICHER, SUCHTEN WIR UNS EINE PICKNICK-AREA FÜR DIE NACHT.
So, kaum gibt man die Verantwortung einmal aus der Hand, kommt der Ärger. Das mit Hovden tut mir ja leid, aber meine Gedanken, ja, ich denke auch manchmal, haben mir wohl einen Streich gespielt.
 

29.7.94
Unsere Picknick-Area liegt wunderschön am Bach und wir werden von Sonnenstrahlen wachgekitzelt, oder besser, wir erheben uns schließlich, weil sich die Luft bis zur Unerträglichkeit staut. Beim Frühstück werden wir nicht einmal von Wespen besucht, eine Wohltat. Da aus dem Kino gestern nichts geworden ist, bleibt uns in Hovden nur das Eisengrubenmuseum, laut Info-Material ein Museum ohne Text, mit Gerüchen und Geräuschen. Wir lassen uns also überraschen, was die Wikinger so zu bieten haben. Und tatsächlich, da Ganze  gestaltet sich zu einer interessanten Tour, bei der wir sogar noch etwas lernen, soweit das bei uns noch möglich ist.
Auf der Rückfahrt nach Evje bleiben wir noch bei einer 8-eckigen Kirche stehen, Susanne will es so und ich kriege sogar einen Runenstein im Vorgarten des Gotteshauses.
SUSI HAT NATÜRLICH WIEDER EINE WANDERUNG UNTERSCHLAGEN. DEN BYKLE- STIGEN. SO EIN KLEINES WEGCHEN ÜBER DEN BERG. WIR NAHMEN DEN WEG IN STOFFTURNSCHUHEN IN ANGRIFF. SCHON BEI DER HÄLFTE STREIKTE SUSI (NOCH IMMER PREKESTOLEN-GESCHÄDIGT) UND ZWINGT MICH, DEN RÜCKWEG ANZUTRETEN. WOHLGEMERKT, SUSI STREIKT!!!!!
Von Evje ist es nicht mehr weit, bis zum CP in Hornnes, nichts wie hin. Als wir es bis zum Eingang geschafft haben, trifft uns fast der Schlag, der Kiosk sperrt erst um 17 Uhr MEZ wieder auf und eine andere Rezeption ist nicht zu finden.
Ein älterer Herr kommt auf uns zu und wir erfragen den Weg zur Rezeption, als Antwort kommt irgend etwas von wegen "The is kiosk not open till 5 and I'm the owner! Put your tent anywhere you want!" Die Handbewegung, die diese männliche Wesen dabei vollführte, umfaßte ein Gebiet der dreifachen Größe des Campingplatzes. Aber uns sollte es recht sein und wir fanden auch einen schönen Platz, die Aussicht auf den See wurde durch nichts gestört, und nachdem ein Plätzchen mit ungefährer Zeltgröße von den darniederliegenden Föhrenzapfen gereinigt worden war, schritten wir zu Tat. Endlich stand unser Heim für die nächsten drei Nächte und wir machten uns fertig, zum Sprung ins kühlende Naß. Ein Genuß!!!!
Als der Kiosk endlich seine Pforten öffnete, zahlten wir mal für 2 Nächte, denn verlängern kann man immer noch, vielleicht stimmt ja doch etwas nicht, oder es gibt Probleme, die uns zum Unmut gereichen. Der Abend war dann noch gemütlich und nachdem wir alle sichtbaren Gestalten durch die Mangel (im bildlichen Sinn) gezogen haben, fallen wir in unsere harten Betten.

30.7.94
Unser Kreuz läßt zu wünschen übrig und dennoch halten wir bis 9.30 Uhr durch. Doch dann hält uns nichts mehr um Bett und wir GENIEßEN EIN GEMÜTLICHES FRÜHSTÜCK ZWISCHEN HERABFALLENDEN ZAPFEN. MINERALISTI, EIN MINERALLEHRPFAD ZUM STEINESELBERSAMMELN, SOLLTE HEUTE AUF DEM PROGRAMM STEHEN. WIR FAHREN HIN, DOCH SIEHE DA: DER KIOSK, WO MAN BEZAHLEN KANN, IST GESCHLOSSEN.
SUSI STÜRZT SICH MAL AUF DAS GERÖLLFELD ZU GERMANEN, WÄHREND ICH MIR MAL DEN ZETTEL AN DER TÜR DURCHLESE. 35 NOK/PERSON IN EIN KUVERT, AUTONR. DRAUF UND EINWERFEN. SUSI STOPPT MICH. UNEHRLICH, WIE SIE IST, MÖCHTE SIE DAS NATÜRLICH OHNE BEZAHLUNG MACHEN. WIE IMMER EBEN! (ICH ERINNERE AN DIE ZEITUNGEN IN ÖSILAND). WIR FINDEN EIN PAAR GLÄNZENDE STEINE UND IN UNSERER UNWISSENHEIT NEHMEN WIR AN, DAS SIND MINERALIEN (WELCHE UND OB ÜBERHAUPT - DAS WEIß KEINER) UND STECKEN SIE EIN. FÜR DEN GANZEN MINERALIENPFAD (EINE LÄNGERE WANDERUNG) KONNTE ICH SUSANNE JEDOCH NICHT BEGEISTERN. SIE STREIKTE WIEDER MAL. ALSO WIEDER ZURÜCK UND 70 NOK GESPART. IN EVJI WURDE NOCH KURZ UNSER SÜßIGKEITENVORRAT AUFGESTOCKT, BEVOR WIR ZUM CAMPINGPLATZ ZURÜCKKEHREN. DOCH WELCH EIN SCHOCK: DER STRAND HAT SICH ZUM SZENETREFF ENTWICKELT UND IST TOTAL ÜBERLAUFEN. DOCH WIR LASSEN UNS NICHT ENTMUTIGEN. RASCH ENTSCHLOSSEN WERFEN WIR UNSERE ISOMATTEN VOR DAS ZELT, BLICKRICHTUNG WASSER. EIN GUTES BUCH WIRD ZUR HAND GENOMMEN UND WIR BEGINNEN, DIE LEUTE AUSZURICHTEN - FÜR DEN REST DES TAGES.
ZIEMLICH SPÄT FALLEN WIR DANN IN DIE SCHLAFSÄCKE.
 

31.7.94
DER TAG WIRD WIE IMMER SPÄT BEGONNEN. VOLL ENTHUSIASMUS WASCHEN WIR ERST UNSERE WÄSCHE UND DANN BEGEBEN WIR UNS AN DEN STRAND - UND DA SOLLTEN WIR AUCH BLEIBEN. WIR UNTERBRECHEN UNSER SONNENBAD NUR FÜR EINEN LUNCH. AM NACHMITTAG, ALS DIE SZENE VERSAMMELT IST, BESCHLIEßEN WIR, DAS UNSRIGE DAZU ZUTUN. WIR LEGEN EINE ÖSIKASSETTE EIN UND DA AUCH DIE DREI GERMANEN, DIE SONST AM STRAND LIEGEN, NICHT DA SIND, MUß ES AUCH EINE ÄRZTEKASSETTE SEIN. SOWEIT KOMMT ES SCHON, DAß ÖSIS NICHT NUR DIE EIGENE, SONDERN AUCH DIE GERMANENFLAGGE HOCHHALTEN MÜSSEN. AM ABEND BESCHLIEßEN WIR DANN, SCHNECKE ZU FÜTTERN - LECKERES ESSO-ÖL IST ANGESAGT. MMMH GUT!!!
DIE GESAMTE GERMANISCHE KOLONIE SCHAUT ZIEMLICH BLÖD, ALS WIR "FACHFRAUISCH" UNSEREN KLEINEN FÜTTERN. GELERNT IST GELERNT.
IM ÖSILAND BRAUCHT MAN DAFÜR KEINE WERKSTÄTTE. SELBSTVERSTÄNDLICH VERGESSEN WIR NICHT, DEN CAMPINGPLATZ ZU VERLÄNGERN UND AUSGIEBIG ZU DUSCHEN.
ZUM GESCHREI DES HOLLÄNDISCHEN NACHBARKINDES FALLEN WIR SPÄTER, IN DER GEWIßHEIT, WIEDER EINEN EREIGNISREICHEN TAG HINTER UNS GEBRACHT UND GROßES GELEISTET ZU HABEN, IN DIE SCHLAFSÄCKE.
NICHT OHNE SUSI EIN WENIG ZU ÄRGERN, NATÜRLICH.
 
 

1.8.94
DURCH KINDERGESCHREI UND GERÄUSCHE, DIE AUF DAS ABBAUEN VON ZELTEN HINDEUTEN, WACHE ICH AUF.
ALS ERSTEN MUß ICH ERSCHÜTTERT FESTSTELLEN: UNSER LETZTER TAG IN NORWEGEN!!! SUSI IST NOCH IM TRAUMLAND UND WEIL ICH NETT BIN, BE- SCHLIEßE ICH, SIE DORT ZU LASSEN. ICH WERFE MICH AUS DEM ZELT UND RÜBER INS AUTO, WO MICH FAST DER SCHLAG TRIFFT. EINE MÜLLHALDE.
NACH DEM ERSTEN SCHOCK, SEHE ICH MICH UM. DAS GROßE ABBAUEN HAT BEGONNEN. FAST JEDER RÄUMT UND PACKT ZUSAMMEN. NOCH MÜDE, ABER DES LETZTEN FUNKENS SCHLAF BERAUBT, FANGE ICH AN, UNSERE SCHNECKE WIEDER ETWAS WOHNLICHER ZU GESTALTEN. WÄHREND ICH NOCH BESCHÄFTIGT BIN, REGT SICH ETWAS IN UNSEREM ZELT. SUSI TAUCHT, NOCH MIT EINEM LEICHT DÜMMLICHEN GESICHTSAUSDRUCK (ODER IST DER NORMAL), ZWECKS EINES KLOBESUCHS AUF. IHR "ALLGEMEINER TRISCH" UND IHR DÜMMLICHER GESICHTSAUSDRUCK HABEN SICH ZU EINEM HERRLICH LUSTIGEN BILD ERGÄNZT UND SO WERKE ICH ERHEITERT WEITER.
SCHEINBAR VON SCHLECHTEM GEWISSEN GETRIEBEN, BESCHLOß SUSANNE, SICH NICHT MEHR IN DEN WARMEN SCHLAFSACK UND ZURÜCK INS TRÄUMELAND ZU BEGEBEN, SONDERN MIR EIN WENIG ZU HELFEN.
NACH DEM FRÜHSTÜCK VERSTAUTEN WIR ALLES (INCL. ZELT) SORGFÄLTIG IN SCHNECKE, UM NUR JA KEINE SPUREN ZU HINTERLASSEN. MAN WEIß JA NICHT, WELCHE SCHANDTATEN SUSANNE BEGANGEN HAT UND SICHER IST SICHER. WARUM WIR NACH DEM WASSERSTOP GLEICH GEFAHREN SIND, WEIß EIGENTLICH KEINER. INNERHALB KÜRZESTER ZEIT TRUDELTEN WIR IN KRISTIANSAND EIN.
Es ist furchtbar, aber wahr, daß es noch vor Mittag, d.h. vor unserem eigentlichen Munterwerden ist, als wir schon über die Gagata von Kristiansand wandern. Aber wir lassen uns durch diesen unerwarteten Zustand nicht entmutigen und legen dafür ein verfrühtes Mittagessen bei M.D. ein. Viele Kronen sind danach nicht mehr in unserem Beutelchen, denn schließlich will auch die Parkuhr bezahlt werden.
Irgendwann wird auch uns die Einkaufsstraße ohne Geld zu langweilig und es geht auf zum Sightseeing. Neben der Domkirke, (DIESE WIRKT EINMALIG BERUHIGEND, SELTEN BEI EINER KIRCHE, ABER DIESE SCHON) die von beiden Seiten gelobt und als freundlich empfunden wird, sehen wir auch noch die Festungsanlage Christiansholm. Wir sind zwar Besseres gewohnt, der Name Festungsanlage sagt doch einiges aus, aber im Endeffekt waren die 8 Kanonen und vor allem die Aussicht den Abstecher wert. MEIN WUNSCH, DAß SUSI DURCH EINE KANONENKUGEL VON DANNEN GEHT, WIRD MIR LEIDER NICHT ERFÜLLT.
Uns bleibt immer noch massenhaft Zeit und wir spazieren Richtung Hafen, Gästehafen, um genau zu sein. Während wir nichtsahnend die Füße ins Wasser strecken, taucht eine Horde Franzosen aus dem Nichts auf und präsentiert uns ihre Schwimmkünste im Hafenbecken. Wir werden zwar nicht vor Begeisterung vom Hocker gerissen, aber wir erheben uns trotzdem und lassen die "Kinder" weiterspielen.
Unsere letzten Norweger lassen wir bei MacDonalds, er soll auch von etwas leben. Dann geht es auf in Richtung Fähre.
Obwohl wir noch 3 1/2 h bis zur Abfahrt haben, stehen schon massenhaft Autos in line, natürlich wollen auch wir nichts wie hin. Ein bißchen Faulenzen nach den letzten "anstrengenden" Tagen, tut uns gut und die Ruhe wird durch ein Pokerspiel aufgelockert.
Die Freude ist groß, als wir Nachbarn bekommen, die Freude wird kleiner, als wir feststellen, daß wir diese Nachbarn schon vom CP Hornnes her kennen; die 3 Germanen wollen heim.
 
 

Natürlich packt auch uns irgendwann einmal der Appetit und wir beschließen, zu kochen, einzige Frage, wo. Links und rechts von Schnecke haben wir Massen von Zuschauern. Alex macht den Vorschlag, alles in den Rucksack zu packen und ans andere Ende zu marschieren, doch dieser Vorschlag wird von der Gegenseite (sprich Susanne) nicht angenommen. Alex findet sich bereits mit dem Gedanken an ein kaltes Abendessen, das nur aus Knäckebrot und Butter besteht, ab, als mir der Gedanke kommt. Warum nicht Schnecke zur Küche umfunktionieren? Wir heizen also im Beifahrerbereich den Gaskocher an und freuen uns, im Trockenen zu sitzen, als es plötzlich zu flesseln beginnt. Wir sitzen zwar bald vor angelaufenen Scheiben, aber irgendwann hört es wieder auf zu regnen und dann werden alle Fenster aufgerissen. Unser Essen schmeckt hervorragend und der Geruch von echt österreichischer Soße steigt sogar Vorbeieilenden in die Nase. Bei uns spielt eben auch der Geruch des Mahls eine Rolle, wir haben Eßkultur!
Als mit dem Einladen der Fähre begonnen wird, sind wir bei den Ersten dabei und dürfen dafür auch gleich das gesamte Gruselangebot der Color Line in Anspruch nehmen. Zuerst geht es auf die Fähre selbst, hinein in das Maul des Riesentieres, natürlich muß jeder Bissen zuerst gekaut werden, gut, daß wir davon nichts gespürt haben. Wir warten also routinemäßig auf unseren nächsten "Auftritt", und da kam er auch schon. Vor uns liegt eine Steigung von ca. 10 %; die gilt es, zu erklimmen, ohne zu wissen, was dahinter auf uns wartet. Oben angekommen, wobei Alex mit den Worten "I FIARCHT MI" am Fahrersitz sitzt, muß gleichzeitig eine scharfe Rechtskurve genommen und nach dem Color Line Mandl Ausschau gehalten werden, denn sicher muß uns jemand einweisen. Tatsächlich erblicken wir ihn, er steht in leichtem Streß und deutet uns noch, daß wir rückwärts einparken sollen, Alex fragt nur, "Wo". Doch da haben wir ihn, den Traumparkplatz, ganze 2m     für Schnecke ganz allein, und so stehen wir eingepfercht zwischen Germanen.

ICH HAB` MICH WIRKLICH GEFRAGT, WO ICH DENN DA EINPARKEN SOLL. ES WAR WENIGER ALS WENIG PLATZ UND DA SOLLTE ICH REIN, FURCHTBAR.
Dieses Wörtchen eingepfercht soll bitte auch so verstanden werden. Links, rechts und vor uns standen Vertreter dieses eigenwilligen, nicht genießbaren Völkchens. Hinter uns war die Wand. Da die Beifahrertüre nicht mehr zu öffnen ging, durfte ich mich über den Fahrersitz aus Schnecke hinaushieven.
Nächstes primäres Problem ist es, einen bequemen Sitzplatz zu finden, schließlich ist dieses Unikum von Fähre für die nächsten 4 1/2 h unser zu Hause. Bei unserer Suche bleibt uns kein Winkel verborgen und wir sehen mit Entsetzen, daß sich diese Winkel mit Angehörigen des germanischen Volksstammes füllen.
Letztendlich gelangen wir auf das oberste Deck und machen es uns in sogenannten Couchettes gemütlich und ob es die Leser glauben oder nicht, Alex widmet sich diesem Heft des Urlaubs und läßt mich in Ruhe über dem Buch weinen, denn sie genießt es, daß es mir nicht anders geht, als ihr selbst und auch ich das Taschentuch zücken muß.
Unsere Schreib- und Lesesession wird durch Poker, Schach und Gin aufgelockert und da wir bei einer Erkundungstour durch das Schiff, vor allem die Shops, andauernd über germanische Füße stolpern, ziehen wir uns zurück in unsere Couchettes und werden Zeugen bei Konflikten zwischen einigen dt. Jugendlichen.
Alles in allem verlief die Überfahrt nach Hirtshals ruhig und ereignislos.
Nach dem Anlegen der Fähre geht alles ganz schnell, kaum daß wir noch ins Schneckerle, er hat sich von den Germanen nicht kleinkriegen lassen, einsteigen konnten, durften wir das Schiff bereits wieder verlassen. Dänemark hat uns wieder und es ist erst kurz vor Mitternacht. Wir fahren noch bis zur Raststation mit WC nach Aalborg. Nach dem Umbau fallen wir exhausted in die Betten.
 

2.8.94
Alex hat heute süß geschlafen bis ca. 9 Uhr, dann hat sie wahrscheinlich das schlechte Gewissen mir gegenüber, meine Wenigkeit ist schon seit einer Stunde wach und hat nichts zu tun, aus den Träumen gerissen. MEIN SCHLECHTES GEWISSEN WAR ES NICHT, ICH WAR EINFACH AUSGESCHLAFEN.
Unser Frühstück wird zwar im Freien gekocht, aber zum Verspeisen verziehen wir uns dann doch lieber ins Auto, die Wolken sind uns nicht geheuer. Wir sollten recht behalten, aber uns konnte der Regen nichts anhaben, wir schnabulierten in Ruhe unser Frühstück im dichten Schnecke.
Dann geht es los durch Dänemark, Richtung Süden, obwohl uns der Kompaß Streiche spielt und uns glauben machen will, wir führen nach Norden. Wir entledigen uns seiner beim nächsten Mülleimer und verlassen uns darauf, den Weg nach Hause auch allein finden zu können.
Aber je weiter wir nach Süden vordringen, desto mehr kommt die Sonne zum Vorschein, bis sich Schnecke schließlich wieder in einen Backofen verwandelt, wobei er es auch diesmal nicht schaffen wird, uns zu rösten, aber er nimmt wirklich jede Gelegenheit wahr, uns die Bedeutung des Wortes heiß näher zu bringen.
Kurz vor Würzburg finden wir eine Telefonzelle, die wider Erwarten mit Münzen zu bedienen ist und noch funktioniert. Diesen Glücksfall lassen wir uns nicht entgehen und melden uns zu Hause für den morgigen Tag an.
Geschlafen wird diese endgültig letzte Nacht dieses Urlaubs 94' auf der Raststation "Bayrischer Wald" bei Rosenheim, wo wir gegen 22 h eintreffen. REGENSBURG --> ROSENHEIM IST ZWISCHEN MÜNCHEN UND SALZBURG. WIR WOLLTEN NACH PASSAU. ABER DAß SUSI SO IHRE SCHWIERIG KEITEN IN GEOGRAPHIE HAT, WEIß MAN JA (BGL)!

3.8.94
In den Sitzen haben wir diese Nacht verbracht. Jeder mitfühlende Leser weiß, wie wir aufwachten. Wir spürten jeden Knochen, jeden Muskel. An diesem Morgen haben wir für alle unsere Verfehlungen in diesem Urlaub gebüßt.
Es ist noch früh und da wir es nicht gewöhnt sind, schon vor 9 h  das Frühstück zu uns zu nehmen, fahren wir gleich gen Heimat. Schnecke wird noch einmal bis zum Rand angefüllt und dann frißt er die Kilometer. Tatsächlich ist noch vor dem Glockenschlag zur 9ten Stunde dieses Mittwochs österreichisches Staatsgebiet unter unseren Rädern.
UND DER Ö 3 WECKER ERTÖNT AUS DEM RADIO.
In Aistersheim wird ordentlich gefrühstückt. Echter Kaffee, echte Semmel, streichfähige Butter ... ein Gedicht. + WESPEN
Tja, und nach dem Kauf einer österreichischen Tageszeitung hielt uns nichts mehr. Linz kommt näher und so auch das endgültige Ende dieses Urlaubs.
In der Goethestraße angekommen wird Morle mit großem Hallo begrüßt, unser Chaos in Schnecke zur Hälfte auf Morle übertragen und dann ist es soweit, die Kameras werden ausgeschaltet und uns bleibt nur die Erinnerung an das Land im Norden und die Vorfreude auf die sicher nicht alltäglichen Photos.
DIE SUSI HOFFENTLICH BALD ENTWICKELN LÄßT.

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